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Myanmar – wohin geht’s? Neue Demokratie oder neuer Autoritarismus?

[vc_row][vc_column][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Am 12. Februar 2018 organisierte Conflictfood und Cultivating Peace e.V. das Symposium: „Myanmar – wohin geht’s ?“. Wir wollten das Bild des Landes schärfen und die Fragen klären: Wie steht es aktuell um das faszinierende Land? Welche Rolle spielen Wirtschaft und Handel, Politik und Menschenrechte? 130 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten unserer Einladung. Hier gibt es mehr Informationen zum Symposium.

Laura Hellwig hat den Beitrag von Richard Roewer fĂĽr dich zusammengefasst:[/vc_column_text][vc_empty_space height=“20px“][vc_single_image image=“5393″ img_size=“full“][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Richard Roewer ist Doktorand am Leibniz Institut fĂĽr Globale u. Regionale Studien & DPhil Candidate, University of Oxford. Dort forscht er zur Einflussnahme prodemokratischer Parteien auf Transitionsprozesse mit einem besonderen Fokus auf Myanmar. In seinem Vortrag „Neue Demokratie oder neuer Autoritarismus“ hat Richard mit uns ĂĽber den politischen Wandel in Myanmar gesprochen, und den Einfluss der regierenden Partei NLD (Nationale Liga der Demokratie) unter Aun San Suu Kyi auf die demokratische Entwicklung.[/vc_column_text][vc_empty_space height=“20px“][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]

Neue Demokratie oder neuer Autoritarismus?

[/vc_column_text][vc_empty_space height=“20px“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_single_image image=“5465″ img_size=“full“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Myanmar wird in den Medien als ein widersprĂĽchliches Land dargestellt und oft fällt es uns schwer, die dort herrschenden Gegensätze zu verstehen. Seit dem Aun San Suu Chi das Land regiert hat sich nicht viel zum Positiven gewendet. Es hagelte internationale Kritik, wegen fortlaufender Menschenrechtsverletzungen, insbesondere gegen die Rohingyas, aber auch gegen andere Minderheiten z.B. im Nordosten des Landes die Ta’ang. Wie kommt es, dass eine Friedensnobelpreisträgerin, die seit Jahrzehnten in der Opposition gekämpft hat, nun zusieht wie schwerste Menschenrechtsverbrechen an dieser Bevölkerungsgruppe begangen werden? Wie kann eine Partei, die sich Demokratie auf die eigenen Fahnen geschrieben hat, so etwas verantworten?

Richards These ist, dass sich fast alle politischen Prozesse, an denen die NLD beteiligt ist, durch drei Faktoren verstehen lassen

  • Der Wille zur Vermeidung von Konfrontation mit dem Militär
  • Hinterlassenschaften aus der Kolonialzeit und Zeiten der Diktatur
  • Fehlende Kenntnisse

[/vc_column_text][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Der Wille zur Vermeidung von Konfrontation mit dem Militär

Der Demokratisierungsprozess Myanmars unterscheidet sich wesentlich denen anderer Staaten. Erstens, der politische Umbruch erfolgte in einem Moment der Stärke und nicht der Schwäche des vorangehenden Regimes. Das Militär hatte zum Zeitpunkt des Umbruchs vollste Kontrolle und war wirtschaftlich gestärkt. Zweitens, es gab keine neue Verfassung, die Raum fĂĽr die Entwicklung demokratischer Strukturen geöffnet hätte. Stattdessen garantiert die alte Verfassung weiterhin die Macht des Militärs. Aber auch in vielen Teilen der Gesellschaft ist das Militär weiterhin akzeptiert – 84% der Bevölkerung bewerten das Militär positiv.[/vc_column_text][vc_empty_space height=“20px“][vc_single_image image=“5464″ img_size=“full“][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Indem das Militär also Macht an die NLD abgegeben hat, hat es die Zustimmung der Bevölkerung wiedergewonnen. Es ist angesehen, es ist normgebend und es ist nach wie vor einflussreich. Darum geht die NLD der Konfrontation mit dem Militär aus dem Weg.

 

Hinterlassenschaften aus der Kolonialzeit und Zeiten der Diktatur

Eine weitere Dynamik, die die NLD dazu veranlasst mit dem Militär zu kooperieren, ist der extrem starke buddhistische Nationalismus – eine Hinterlassenschaft aus der Kolonialzeit. Die kĂĽnstlich gezogen kolonialen Grenzen sorgten fĂĽr starke Spannungen im Land zwischen den diversen ethnischen und religiösen Gruppen. Allerdings war schon damals die Mehrheit der Bevölkerung buddhistisch. Die Militärregierung, die ab 1962 an die Macht kam, wusste den buddhistischen Nationalismus fĂĽr sich zu nutzen. Um einen GroĂźteil der Bevölkerung fĂĽr sich zu gewinnen, förderte das Militär die buddhistischen WĂĽrdenträger und Strukturen. Seither wäscht eine Hand die andere.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space height=“20px“][vc_single_image image=“5467″ img_size=“full“][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Umgekehrt stĂĽtzen buddhistische Prediger die Gewalt des Militärs gegenĂĽber Mitgliedern von anderen Religionen durch eine Kampagne der Dehumanisierung. Ihre Legitimation? Sie erklären schlicht, dass Gewalt gegen Nicht-Buddhist*innen okay sei. AuĂźerdem stellen sie speziell die Rohingyas als Feinde und Angreifer*innen des Buddhismus dar. In dem Moment, wo es darum geht, den Buddhismus zu verteidigen, sind alle Mittel recht.

 

Fehlende Kenntnisse

DarĂĽber hinaus sind es auch schlicht fehlende Kenntnisse und Eigennutz, die das Handeln der NLD antreiben. Ein Beispiel ist die Pressefreiheit. Interessanterweise macht die NLD ebenso stark Gebrauch von Gesetzen, die die Pressefreiheit massiv einschränken, wie das Militär zuvor. Das dient schlicht dem Selbsterhalt. Aber auch hier wirkt auch die Geschichte der Diktatur fort. Teilweise fehlt ein umfassendes Verständnis dafĂĽr, dass zivile Freiheiten fĂĽr eine florierende Demokratie absolut notwendig sind. Intensive Bildungsarbeit ist daher in Zukunft sehr wichtig, so der Demokratieforscher Richard Roewer.[/vc_column_text][vc_empty_space height=“20px“][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_single_image image=“5392″ img_size=“full“ onclick=“custom_link“ link=“https://threemamasprojects.com“][vc_empty_space height=“20px“][/vc_column][/vc_row][vc_row content_placement=“middle“][vc_column][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Myanmar – Wohin Geht’s?[/vc_column_text][vc_column_text]

„Es bleibt also die 100 Millionen Euro Frage: Wohin geht’s mit Myanmar? Wir sehen einen semi-demokratischen Staat, einen Staat im Wandel, der sehr viele autoritäre Elemente behält und bei dem sich erst zeigen wird, ob demokratische Prozesse sich durchsetzen. Myanmar ist jetzt an einem kritischen Punkt. Wir müssen jetzt im Dialog bleiben und Wege finden konstruktiv Kooperation zu betreiben, Bildungsarbeit zu machen und Initiativen zu fördern, die im Land daran arbeiten demokratische Chancen zu ermöglichen.“

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Hier gibt es mehr Informationen zum Symposium.

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space][vc_video link=“https://www.youtube.com/watch?v=r9my3AFRQ3Y“][vc_empty_space][/vc_column][/vc_row]

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